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Thema: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

  1. #1
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Ein Forumsmitglied hat sich nach meinem Bericht des erfolgreichen Umbaus dieses Objektivs ebenfalls entschlossen, sein vorhandenes FD 1,2/55mm SSC von mir umbauen zu lassen.

    Da ich vor lauter Aufregung bei der damaligen Bastelei für den Umbau vergessen hatte, dies in allen Schritten in Bildern zu dokumentieren, ergibt sich so die Situation, diesen Bildbericht beim Umbau dieses Objektivs nachzuholen.

    Ein paar Vorbemerkungen:

    Mit der Einführung des EOS Bajonetts hat Canon das alte FD Bajonett abgekündigt.
    Großes Murren ging durch die Gemeinde der Canon FD Objektiv - Besitzer, die zum Teil große Mengen an hervorragenden Canon FD Objektiven besaßen. Sehr teuere Objektive der FD Serie waren jetzt aufgrund des geänderten Auflagemaßes von ehemals 42mm bei Canon FD auf nun 44mm beim neuen Canon EF Bajonett über Nacht wertlos, weil nicht adaptierbar, geworden. Das dies sehr viele Canon Nutzer mehr als verärgerte, sogar von Canon zu anderen Marken wegtrieb, ist nur zu verständlich. Waren diese Objektive doch schon zu damaligen Zeiten sehr teuer gekauft worden.

    So galten die FD Objektive als nicht mehr brauchbar, weil nur noch über Adapter mit zusätzlichem Glaselement nutzbar. Dieser verschlechterte die Abbildungsqualität der hervorragenden Objektive sehr stark. Lediglich für die Besitzer der sehr teueren, langbrennweitigen Objektiven der L – Klasse, wurde von Canon selbst noch ein speziell auf diese Objektive gerechneter Adapter angeboten, der heute extrem selten ist und dadurch horrende Preise in Online – Auktionen erzielt.

    Canon FD… eigentlich nicht mehr zu brauchen außer neuerdings an den Microfourthird Cams?

    Nein, einige dieser alten Schätze sind so gut, das sich ein Umbau lohnen kann.

    Zu diesen Objektiven gehört das Canon 1.2/55mm SSC in der einfachen und in der Aspherical Version genauso wie einige alte L Objektive aus der FD Serie. Das 1.2/85mm und einige weitere werden von spezialisierten Firmen noch umgebaut.

    Warum ist das so schwierig?

    Grundsätzlich kann man sagen, dass die Canon FD Objektive an einer EOS Kamera rund 2 mm + der Stärke eines Adapter zu weit von der Sensorebene entfernt sitzen würden, könnte man sie adaptieren. Eigentlich nicht weiter schlimm, wenn man einen Weg findet, die Konstruktion weiter in den Spiegelkasten zu schieben. Aber bei diesem Vorhaben tritt ein weiteres, erhebliches Problem auf. Das alte Canon FD Bajonett ist ein sogenanntes „Aussenbajonett“..

    Dies bedeutet, die Befestigung wurde außerhalb des Spiegelkastens, durch einen "Überwurf-Ring" vorgenommen, der das Objektiv vor dem Spiegelkasten mit dem aussen am Gehäuse sitzenden Kamera-Bajonett verriegelte.
    Die modernen EF Objektive besitzen ein so genanntes „Innenbajonett“, d.h. die Verriegelung findet durch Drehen im Inneren des Spiegelkasten und der Verriegelung durch eine kleinen "Pin" aussen statt.

    Also eine deutlich andere Befestigung, die nicht realisierbar ist, ohne das Objektiv komplett vom alten FD Bajonett zu befreien und den Objektivkorpus mit einem neuen Bajonett zu versehen.

    Genau dies ist der von mir gewählte Ansatz.

    So sieht ein vom Objektivrumpf getrenntes FD Bajonett von hinten aus.





    Die Blendenübertragungshebel, die sowohl die Blendensteuerung durchführen, die Anfangsöffnung des Objektivs über die zu sehenden Pins codierten und die jeweilis aktuell am Objektiv eingestellte Blende dem Belichtungsmesser einer Canon mit FD Bajonettanschluß mitteilten, sind hier schön zu sehen. Der Chromring diente der Verriegelung außerhalb des Spiegelkastens am Aussenbajonett.

    Das hier gezeigte Bild, ist schon der komplette Bajonettblock, wie er bei jedem Objektiv der FD Chromring - Reihe aussieht und in diesem Fall von meinem 1,2/55mm SSC entfernt wurde.
    An diesem Bajonettblock befinden sich alle Hebel , die ins Innere des Objektives greifen und dort die eigentliche Blende steuern und eben dem Belichtungsmesser die Anfangsöffnung des Objektivs mechanisch mitteilen. Dieser Block ist bis auf eine variierende Dicke bei allen Canon FD Objektiven wohl gleich und mit einigen Schrauben am eigentlichen Objektivrumpf befestigt.

    Unter dem diesem Chromring befindet sich die eigentliche Bajonett - Auflagefläche, die bei den Canon Kameras für den exakten Sitz 42 mm von der Filmebene (heute Sensorebene) sorgte. Die auf dem nachfolgenden Bild, neben der oberen roten Markierung zu sehende und mit den 2 Schrauben verschraubte "Blechlasche" verriegelt den Chromring im abgenommenen Zustand des Objektivs, so dass dieses passgenau an die Kamera angesetzt werden konnte.

    -->So sieht es also darunter aus.

    Wobei wir nun schon mitten im Thema sind.




    An den 3 rot markierten Stellen ist der abgenommene Auflageblock mit dem hier nicht gezeigten Objektivrumpf verschraubt. Beim FD 1.2/55mm SSC sind es nur 3 ca im 120 Grad Winkel zueinander stehende Schrauben. Der Auflageblock hat eine „Dicke“ von rund 4mm von der Auflage bis zur Verschraubung mit dem Objektivrumpf.

    Wenn wir einmal ein wenig rechnen:

    Das alte FD Auflagemaß beträgt 42 mm (Abstand Auflage zu Filmebene/Sensorebene..)
    Auflageblock hat 4mm…
    Lasse ich den Auflageblock weg und ersetze ihn durch einen Adapterring, der 2mm dick ist, ergibt sich folgende Rechnung.

    42mm – 4mm (Auflageblock)= 38mm Abstand bis Filmebene/Sensorebene

    Zu diesen 38mm kommt die Adapterdicke von 2mm (Olympus Adapter) = 40mm Abstand bis Film/Sensorebene

    Da unser Adapter Olympus zu EOS nun aber an einer Stelle sitzt, die mit der Auflagefläche noch 2 mm weiter von der Film/Sensorebene entfernt ist (FD ehemals = 42mm .. mit neuem EOS Bajonett = 44mm entfernt), addieren sich zu den 40mm Eindringtiefe die 2 mm der weiter vom Film/Sensor entfernten EF Bajonettauflagefläche an der EOS Kamera.

    Wir sind als bei genau den geforderten 42mm gelandet. Perfekt !!!

    Anders gewendet: Durch Entfernen des alten Auflageblocks von 4mm und Ersatz mit einem neuen, 2mm dicken Auflageblock (Olympus Adapter ohne die Blendenhebel) haben wir die 2mm gewonnen, um den alten Abstand von 42mm zur Film/Sensorebene des Objektives wieder herzustellen. Das Objektiv sitzt wieder da, wo es laut seiner Rechnung auch hingehört.


    Das war die Grundüberlegung bei der Umbauarbeit.

    Und so sieht der erste Teil des Umbau aus..

    Hier ein Blick in die Werkstatt....




    -->Vorbereitung des absolut passgenauen Olympus Adapter, der so exakt den Rumpf des FD Auflageblocks erfasst, das es nicht einen Millimeter Spiel gibt..


    Der alte FD Auflageblock wird nur noch benötigt, um passgenau die Löcher für den neuen EF Mount, der aus dem Olympus Adapter gewonnen wird, einzuzeichnen und zu bohren.
    Danach ist er überflüssig und kann beiseite gelegt werden um das Objektiv, für den Fall das man es möchte, wieder in den alten FD Zustand zu überführen. Hierzu reicht es dann später einfach den OLY à EOS Adapter wieder abzuschrauben und den alten FD Auflageblock wieder zu installieren. Easy.

    Aber nun die Schritte…

    Erst wird der Olympus à EOS Adapter von den Olympus Klauen befreit..



    -->Nachdem diese "Klauen" aus dem Weg sind, was dann so aussieht…




    passt dieser Adapter genau über den alten Auflageblock. Dies ist wichtig um die Löcher für die Befestigung des Adapters am Objektivrumpf exakt anzeichnen und bohren zu können. Schließlich wird diese neue Auflage dort befestigt, wo der alte Auflageblock saß. Sogar die gleichen Schrauben werden verwendet… die nun geschliffenen Flächen werden später geschwärzt, um Reflektionen von den Metallflächen ins Objektivinnnere zu vermeiden.

    Und so sieht es dann aus, wenn alles korrekt geschliffen und zum Übertragen der Löcher bereit ist…



    Hier sieht man sehr schön, wie passgenau der Olympus Adapter auf der alten Auflagefläche zu liegen kommt.

    Diesen Block umgedreht, haben wir jetzt die Möglichkeit, den genauen Sitz der Löcher anzuzeichnen und zu „körnen“.

    -->Die silbern „gezackten“, abgewandten Kerben auf dem nachfolgenden Bild gehören zum nun dem alten Auflageblock "übergestülpten" Olympus à EOS Adapter..





    Es brauchen jetzt nur noch die 3 mit roten Marken versehenen Löcher exakt auf den Adapter übertragen werden. Hierbei sollte man schon sehr genau darauf achten, wo die Einrastkerbe des Pins des EOS Bajonett liegt (90 Grad bei 3 Uhr zur Skala), der den Adapter an der EOS Kamera verriegelt und den exakten Sitz der Einstellmarkierungen des Objektivs danach ausrichten!
    Schließlich sollen nachher die Skalen auch genau nach oben weisen !!

    Sehr schön ist hier auch die gesamte Steuerungsmimik für die Blendenübertragung zu sehen.
    Dieser gesamte Block kann nach dem Übertragen dieser Löcher auf den Adapter komplett
    „eingemottet“ werden. Er wird nie wieder gebraucht, es sein denn, man möchte das Objektiv wieder zu einem FD Objektiv machen. ….
    Sollte das Objektiv nie wieder zurück gebaut werden, hat man hier auch gleich die für den später notwendigen Umbau der Blende benötigte
    "Langfeder" geliefert bekommen. Auf dem letzten Bild sieht man, das zwei Federn verbaut wurden. Entweder schonmal nach einer solchen Feder suchen oder halt eine der zwei verwenden. Ich suche im "Fundus" nach einer anderen, weil ich den Auflageblock erhalten will, für den Fall des Rückbaus.


    Dies waren die ersten vorbereitenden Arbeiten am Olympus Adapter..


    Fortsetzung folgt sobald das Objektiv eingetroffen ist. Dies war nur die erste, vorbereitende Arbeit für eine schnelle Konvertierung.
    Der genaue Sitz der Löcher wird dann mit dem Originalobjektiv durchgeführt, falls sich die Löcher konstruktionsbedingt doch an abweichenden
    Stellen zu meinem 1.2er befinden sollten.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (23.04.2012 um 22:33 Uhr)
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  2. 3 Benutzer sagen "Danke", hinnerker :


  3. #2
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    Standard AW: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Klasse, Henry! Das wird eine wichtige Doku.
    Carsten, berufsbedingt immer mal wieder auf Forum-Pause. In grün schreibe ich als Mod.
    ​Nikon, Sony, Leica, Fuji, Olympus, Pentax, Panasonic, Canon, Sigma und viel zu viele Linsen sowie andere digitale und analoge Kameras.
    >> Einführung | Meine (nicht aktuelle) Linsenliste | RetroCamera.de (Blog) | Altglasphase : 10
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  4. #3
    Hardcore-Poster Avatar von gewa13
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    Standard AW: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Toll! Ich muß dafür aber erst mal Maschinenbau mit Nebenfach Feinmechanik studieren, damit ich mir das zutraue.

  5. #4
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Teil 2 der Umbaudoku..

    Das Bohren von 3 Löchern für die Schrauben und das Senken der Köpfe habe ich nicht im Bild festgehalten. Ein Umbauwilliger sollte schon wissen, wie dies nach der Übertragung der Löcher auf den Adapter gemacht wird. Also Körnen, Bohren mit 1.6mm und Senken der Köpfe auf 1mm Tiefe des Adapters mit einem 2.5mm Bohrer, damit die Köpfe der Schrauben nicht überstehen.

    Wichtig ist hierbei, wie bereits ausgeführt, den Olympus - Adapter so zu platzieren, dass der Skalenindex des Objektivs am Kameragehäuse nach oben weisen wird. Das muss man sich sehr genau klar machen vor dem Einzeichnen und Körnen für die Bohrungen und den Adapter entsprechend ausrichten.

    Kommen wir nun zum nächstwichtigen Teil, dem Erhalt der Blendensteuerung.

    Hierbei ist das Canon FD 1.2/55mm SSC beim Umbau so etwas von "pflegeleicht", man glaubt es kaum.

    Der gesamte Blenden-Mechanismus ist eigentlich ein Zug/Schiebemechanismus. Eine Feder läßt im abgenommenen FD Anschluss die Blende der Bewegung des Blendenringes folgen.
    Logischerweise braucht dann eigentlich nur noch eine Langfeder diese Zug - Funktion übernehmen lassen.

    Und so sieht das aus:



    Sehr schön erkennt man die Feder, die an der Bodenplatte in einem Loch durchgesteckt ist und oben gegen eine, von zwei, Schrauben des Blendenanschlages geschraubt wurde.

    Die beiden silber - farbenen Zinken hatten früher mit dem abgenommenen FD Bajonett-Teil korrespondiert und wurden eigentlich auch nur durch eine Feder gezogen. Ergo braucht nur die Feder eingebaut werden und schon ist gewährleistet, dass die Blende bei Schließbewegung über die Feder nachgezogen wird. Für das Offnen der Blende ist der am ersten Zinken sichtbare Block zuständig. Er schiebt die "Gabel/den Zinken" und damit die Blende entsprechend "auf" (Schubfunktion).

    Voila, das war schon alles zum Thema Blendensteuerung..

    Nein, ein kleiner hilfreicher Hinweis noch, der sich in einem weiteren Thread zu den Erfahrungen mit dem Objektive findet und auf den mich der User "Optical Flow" nach dem Umbau seines eigenen Objektivs noch hingewiesen hat.. deshalb zitiere ich mich von dort selbst..

    Zitat Zitat von hinnerker Beitrag anzeigen
    Es sei hier noch kurz erwähnt, das diese Blendengabel auch beim Umbau und den Versuchen mit der Blende "überdreht" werden kann. Dies bedeutet, nach einem kleinen Gelenk am Boden zu suchen, das sich im Normalfall an den Drehwegauschnitt eines Metallringes auf dem die Gabel sitzt "anschmiegt". Aber dieses Gelenk am Boden kann auch durch ein zu weites drehen der Gabel soweit umschwenken und dann geht die Blende nicht mehr auf. Dann muss ein kleiner Pin des Gelenkes wieder mit einem spitzen Stift oder Klammer wieder nach Aussen gedrückt werden und die Mitnehmergabel läßt sich wieder zurückziehen. WICHTIG..
    Aber ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.. so stellt man die Blende wieder zurück, wenn sich die Steuerkurve einmal über den Punkt hinaus gedreht hat bei den Umbauarbeiten

    Name:  Pin_Blende..jpg
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    --> Kommen wir nun zur Justage des Unendlichkeitspunktes.

    Zu diesem Zweck ist es erforderlich, den gravierten Namensring aus dem Filterring heraus zu drehen.

    Hierfür gibt es verschiedene Methoden:


    1. Gummiproppen, die den Durchmesser des Namensringes haben (Badewanne, Spüle etc)
    2. Anbringen zweier Kleinstlöcher und öffnen mit einem Zirkel oder Mess-Schieber
    3. zwei Klebebänder, die auf dem Namensring angedrückt werden und beim Drehen helfen.


    Unter dem Namensring verbergen sich leicht unterschiedliche Befestigungen beim 1.4er und beim 1.2er, die ich hier beide einmal zeigen will: Beginnen will ich mit dem1.4er, um später die Unterschiede zu zeigen.. es ist aber bei beiden Objektiven fast identisch.



    --> Nach dem Rausdrehen des Namensringes, sieht es so aus (immer noch das 1.4er)




    --> Hier wurde die Befestigung des Teils, das die Sonnenblende und das Filtergewindes einschließlich des Namenringes trägt, mit 3 Schrauben von Canon realisiert.

    --> Anders beim 1.2er..

    Dort sieht die Mimik hinter dem Beschriftungsring so aus:




    Keine Befestigung mit Schrauben möglich, da es zu eng in dem Bereich zugeht.

    --> Hier übernimmt der messingfarbene Ring die Verriegelung des Teiles, das sowohl den Bajonettanschluss für die Streulichtblende, als auch des Filtergewindes trägt.

    Die Verriegelungsart wurde notwendig, weil aufgrund der reinen Größe der vorderen Linse ein Verschrauben nicht mehr möglich war. Zu eng geht es hier zu.

    --> Dahinter befinden sich bei beiden Objektiven die gleichen Mimiken, die so aussehen…




    --> Mit 3 Schrauben, die in Langlöchern/Schlitzlöchern einer Lasche laufen, ist der äußere Fokusring befestigt. Nach Abnehmen der 3 Schrauben kann der gesamte Fokusring abgenommen werden und wir sind an der eigentlichen Unendlich-Einstellung (Drehwegbegrenzung) dran.

    Es handelt sich um eine Drehwegbegrenzung, die mit einer Metalllasche und 3 Schrauben sowie etwa 6 verschiedenen Bohrungen für die Schrauben ausgestattet und am Helicoid befestigt ist. Die Lasche ist ein einziges Langloch, das durch Versetzen der Schrauben und passgenaue Ausrichtung der Lasche den Anschlag begrenzt und so die Unendlichkeitseinstellung exakt zulässt. Der abgenommene Fokusring greift nur auf den Messingteil des Helicoid und dreht diesen. Der Helicoid wird also auf unendlich scharfgestellt und dann wird diese Metalllasche an die Anschlagsbegrenzung gedrückt und mit den Schrauben fixiert.
    So ist der Unendlichanschlag gewährleistet.


    Und dies sieht dann (leider etwas unscharf geworden).. so aus.. der Schraubendreher zeigt die Lasche und die Schrauben.



    --> Die Schrauben wurden so versetzt und die Lasche so verschoben, das per LiveView eine korrekte Unendlichkeitsjustage des ca. 2 km entfernten Fernsehturmes mit bestmöglicher Schärfe erreicht wurde.

    Hier ist die Mimik nochmal etwas genauer und besser sichtbar..



    Dann wurde die Begrenzungslasche festgeschraubt. Im Anschluss daran, wird dann der Fokusring mit den Skalen wieder aufgesetzt, exakt die Skala auf den Unendlichkeitspunkt ausgerichtet, ohne den Helicoid zu bewegen und mit den 3 Schrauben am Helicoid wieder festgezogen/verschraubt. Darin liegt der Sinn der 3 in den gezeigten, in Langlöchern laufenden Schrauben.


    Damit ist das Objektiv justiert und kann in der umgekehrten Reihenfolge weiter zusammengesetzt werden.

    Also Fokusring aufsetzen und mit den 3 Schrauben die in den Langlöchern des Fokusring laufen, den exakten Sitz der Unendlichkeitseinstellung nach der oberen Skala ausrichten und festschrauben. Danach kommt dann der Filtergewindeteil wieder in den Fokusring und wird mit dem Messingring wieder verriegelt. Der Filtergewindeteil hat eine Kerbe, die mit einer Schraube korrespondiert.. darauf achten, das Kerbe und Schraube ineinander greifen.

    Zum Schluss den Ring mit der Namensgravur wieder ins Filtergewinde schrauben und fertig ist das Ganze.

    --> Wenn nun alles richtig gemacht wurde… sieht das in etwa so aus..
















    Und hier nun die Zwillinge.. es gibt hier im Forum also jetzt zwei von den Objektiven, die aus der alten FD Zeit ihren Weg an die Digitale EOS 5D gefunden haben..





    Hier nochmal die Rückseite.. das linke ist mein eigenes Exemplar, also der erste Versuch.. da wurde noch gefeilt und gehobelt. Beim zweiten sieht das schon besser aus..





    Übung macht den Meister..

    Rudolfo42 ich wünsche Dir viel Spaß mit dem Teil, das nun in das digitale Zeitalter gerettet ist.


    LG
    Henry

    NACHTRAG... die geriffelte Lichtdichtung wurde aus einem alten Stück Griff-Gummi, das an einem Zoomobjektiv für die Fokusierung geklebt war, gewonnen.
    Dahinter befindet sich ein Metallring, der aus einer alten Sonnenblende mit einem Durchmesser von 62mm gewonnen und passgenau in der Höhe geschnitten wurde.
    Hier ist Improvisationsgeist und ein Fundus an alten Objektivleichen sehr förderlich. Auch tut es ein alter Filter mit 62mm Durchmesser, aus dem das Glas rausgeschraubt wurde.
    Er dürfte die geeigneten Masse mitbringen. !!!
    Geändert von hinnerker (16.02.2012 um 07:18 Uhr)
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  7. #5
    Ist oft mit dabei Avatar von Rudolfo42
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    Hallo Henry,

    auch über diesen Kanal: Vielen Dank für die Arbeit!
    Ich werde später über meine Erfahrungen mit der Linse berichten....
    Erst einmal muss der Postbote kommen.

    LG
    Rudolf

  8. #6
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Zitat Zitat von Rudolfo42 Beitrag anzeigen
    Hallo Henry,

    auch über diesen Kanal: Vielen Dank für die Arbeit!
    Ich werde später über meine Erfahrungen mit der Linse berichten....
    Erst einmal muss der Postbote kommen.

    LG
    Rudolf
    Ja, ich kenn das.. macht einen verrückt das Warten..

    Aber morgen geht es raus.. versprochen.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (15.01.2012 um 12:19 Uhr)
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  9. #7
    Linsendoktor Avatar von SantaKlaus
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    Standard AW: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Mir fehlen die Worte und ich sage es mit dem hier:





    ABSOLUTER WAHNSINN HENRY!!!!!!!!


    Eine wahre Meisterleistung!!



    *schnellein1,2erFDsuch*


    Gruss,
    Klaus
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    Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null. Das nennen sie dann ihren Standpunkt.

  10. #8
    Spitzenkommentierer Avatar von fbjochen
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    Danke für die Dokumentation, Henry.

    Und dir Rudolf, Glückwunsch zum nutzbaren FD-Gläslein.
    I schwätz schwäbisch! Ond du?

    Erfahrungs- und Testberichte findet ihr in unserer übersichtlichen Excell-Tabelle KLICK
    Für die Recherche von Objektivdaten findet ihr hier eine Linkliste KLICK
    Wer eine
    Reparaturwerkstatt für Altglas sucht, findet hier eine Adressliste KLICK


    Body: Canon EOS 6D und Sony Nex 5
    AF Objektive: Canon 70-300
    MF Objektive: Vivitar 3,5/17mm, Vivitar 2,0/28mm, Tokina 2,8/28mm, Lydith 3,5/30mm, Rikenon 2,8/35mm, Canon FD 1,2/50mm, Nikkor-S 1,4/50mm, Yashica ML 1,9/50mm, Summicron 2,0/50mm,
    Focotar 4,5/50mm, Yashica DS-M 1,7/55mm,
    Carl Zeiss Biotar 1,5/75mm, Tokina AT-X 2,5/90mm, Trioplan 2,8/100mm, Rolleinar 2,8/105mm, Carl Zeiss Sonnar 4,0/135mm, Orestegor 4,0/200mm

  11. #9
    de Vörstand Avatar von hinnerker
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    Standard AW: Canon FD 1.2/55mm SSC Umbaudoku..

    Danke Jungs..

    Hier nochmal ein Bild vom Justage Objekt gegen unendlich.



    Sollte also passen für eine Blende 1.2 !!

    Es gilt aber immer zu bedenken, das dies nur mit LiveBild Kameras oder Crop Kameras geht.
    An der 5D und 5D MKII streichelt der Spiegel !!

    Und so sahen die ersten Ergebnisse im Nahbereich aus.... Blende 1.4 oder 2..



    Und der Crop daraus..



    Noch ein Bildchen..



    Und der Crop daraus..





    Die Schärfeverteilung an der Wand bei 1.2... als HIGH RES LINK

    http://digicamclub.de/dunkelnetz.de/...non_2_wand.JPG

    Ich bin mit dem Umbau zufrieden. Besser kann ich es nicht hinbekommen, aber ich denke, es wird selbst hohen Ansprüchen gerecht werden.

    Die Improvisationen beim Umbau des Objektivs gewinnen keine Schönheitspreise, weil hier eben nicht maschinell gefertigt werden kann, aber mit ein bißchen Geschick und Überlegung, was man aus dem alten Fundus an Teilen wofür verwenden kann, hilft zumindest, eine noch recht ansprechende Lösung für die Optik zu finden.

    Das Objektiv ging heut an seinen Besitzer zurück und ich bin schon gespannt, die ersten Kommentare zu erhalten, wenn er das tolle Teil an seiner Kamera ausprobiert hat.

    LG
    Henry
    Geändert von hinnerker (15.01.2012 um 12:19 Uhr)
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  12. #10
    Urmelchen 1.2 u. förderndes Mitglied Avatar von urmelchen
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    Sehr schön Henry! Wann wagst Du Dich an den Umbau vom 1.2/55 aspherical ?

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