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Thema: EF 100-400mm 1:4.5-5.6L IS USM

  1. #1
    Tech-Admin Avatar von krebs9778
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    Standard EF 100-400mm 1:4.5-5.6L IS USM

    Mit meiner Canon 350D ist´s wie mit meinem neuen Auto... man hat etwas und muss es einfach weiter verbessern. So war die Zeit gekommen, um meinen Objektivpark rund um meine 350D zu verändern. Zuletzt besaß ich noch ein Canon 18-55mm und ein Tamron 28-300mm. Das 18-55er habe ich gegen das Tamron 17-50/2.8 ausgetauscht, das 28-300er Tamron habe ich gegen ein Canon 70-300 IS eingetauscht. Doch immer mehr und mehr habe ich gesehen, dass das 70-300 IS eine sehr gute Linse ist, es aber noch besser geht. Durch Fleiß habe ich mir ein Canon 100-400L erarbeitet und das Canon 70-300 IS verkauft (innerhalb meines DigicamClubs, was mich sehr gefreut hat). Und eines möchte ich vorweg sagen: Das 100-400L ist um Längen besser als das 70-300er... aber auch dementsprechend teurer. Mehr dazu nun in diesem Erfahrungsbericht.

    Vom Optischen her ist das 100-400L ein echter Blickfänger. Nicht nur durch die weiße Farbe, auch durch die enorme Größe (18cm eingefahren ohne Blende, 27cm voll ausgefahren ohne Blende und 36cm voll ausgefahren mit Sonnenblende) schauen viele Leute (Unwissende ;-)) auf der Straße oder am Flughafen schon mal genauer hin. Das Gewicht mit fast 1,4 kg (!) ist natürlich ebenso enorm wie die Größe, aber dafür bekommt man auch echt etwas geboten. Das Objektiv besitzt eine Stativschelle in gleicher Farbe, welche auf einem Dreibeinstativ auch dringend nötig ist (bei 36cm Länge auch besser...). Das 100-400L ist ein Schiebezoom, gerne wird es auch mal als "Luftpumpe" bezeichnet (eine Schwäche, dazu aber später mehr). An der Seite befinden sich 4 (!) Schiebeschalter für folgende Funktionen:

    - Stabilisator-Modus: 1 / 2
    - Stabilisator: an / aus
    - Naheinstellgrenze: 1.8 Meter / 6.5 Meter
    - Fokus: Auto / Manuell

    Das kleine "Fenster" für das Ablesen der Naheinstellgrenze ist, wie schon beim 70-300er, gut abzulesen und hilfreich, wenn man denn damit arbeiten möchte.

    Wenn es dann ans Eingemachte geht, muss man am Objektiv einen Ring lösen, damit man den Tubus komplett ausfahren kann. Auf dem Tubus stehen verschiedene mm-Angaben für die Brennweite (100, 135, 150, 200, 250, 300, 350 und 400mm) - hier kann man den Tubus fixieren und mit dem eben gelösten Ring auch wieder fixieren, wenn man für das Motiv eine feste Brennweite benötigt und Angst hat, den Brennweitenbereich zu verändern. Das Schieben an sich geht sehr einfach, wobei durch den großen Schiebe-Bereich das alles mit etwas Übung verbunden ist. Wenn man sich aber an den Schiebe-Mechanismus gewöhnt hat, kann man sich sehr schnell auf das Motiv und die Brennweite einstellen.
    Nachteilig ist der Schiebezoom sicherlich schon ein wenig, zumindest hier nach meinen Erfahrungswerten. Durch den großen Zoombereich arbeitet das Objektiv praktisch wie eine "Luftpumpe"; beim Zoomen hört man richtig die Luft, wie sie durch sehr kleinen Öffnungen fliesst. Das heisst aber auch: Schneller Schmutz auf dem Sensor! Mit meinem Tamron 17-50 (Drehzoom) hatte ich wochenlang keinen Schmutz auf dem Sensor; seitdem ich das 100-400L fast immer angesetzt habe und regelmäßig am Flughafen fotografiere (voller Brennweitenbereich, von 100 bis 400mm), habe ich spätestens nach einer Woche deutlich mehr Schmutz auf dem Sensor, der sich nicht mehr ohne weiteres mit Photoshop wegstempeln lässt -> dann wird eine Reinigung fällig.

    Das Gewicht ist, wenn man vorher noch nicht mit Objektiven dieser Art fotografiert hat, definitiv gewöhnungsbedürftig. Man überlegt es sich zweimal, ob man das Teil den halben Tag mit sich rumschleppen möchte oder nicht. Wenn ich in Zoos gehe oder zum Flughafen, dann habe ich immer nur mein 100-400er dabei. Wenns dann doch mal eher in Richtung Architektur geht, dann verwende ich mein 17-50er Tamron.


    Hier einmal die kurzen technischen Daten:

    * Optischer Aufbau: 17 Linsen in 14 Gruppen
    * Diagonaler Bildwinkel: 24°-6°10'
    * Fokussierung: Hintergliedfokussierung mit USM
    * Naheinstellgrenze: 1,8 m
    * Zoomeinstellung: Geradführung
    * Filterdurchmesser: 77 mm


    Hier etwas mehr Details:

    - Naheinstellgrenze (m): ca. 1,8
    - Größter Abbildungsmaßstab: 0,20 (bei 400 mm)
    - Filter Durchmesser (mm): 77
    - Gegenlichtblende: ET-83C
    - Köcher: ./.
    - Beutel: LZ1324


    Kommen wir zu den zwei wichtigsten Punkten bei einem Objektiv: Der Bildqualität und dem Preis.

    Wie schon weiter oben geschrieben, hatte ich vor dem 100-400er das 70-300er von Canon im Einsatz. Das Haupteinsatzgebiet war der Hamburger Flughafen, wo ich sehr ansprechende Bilder machen konnte (sofern in Hamburg möglich…). Als ich mir dann das 100-400er ausgeliehen hatte, war es um mich geschehen. Schärfetechnisch ist es dem 70-300er extrem überlegen, hier merkt man deutlich die viel bessere Qualität, die diese L-Linse mit sich bringt. Die Schärfe ist von 100 bis 400mm wirklich brillant, sofern man denn bei 400mm eine ruhige Hand oder ein gutes Stativ dabei hat. Ich habe schon Bilder mit 400mm freihand und mit Stabilisator-Modus 2 (für Mitzieher) gemacht bei einer Belichtungszeit von 1/160s. Das finde ich schon sehr gut, zumal die Schärfe wirklich punktgenau saß. Auch der USM ist –wie immer- erste Sahne. Sehr schnell, ein treffsicherer Autofokus rundet den sehr guten Gesamteindruck ab. Schön ist auch, dass man jederzeit in den Fokus von Hand eingreifen kann. Die Abbildungsleistung ist also sehr gut, aber auch die Farbbrillanz ist stark. Wieder ist ein Unterschied zum 70-300er nicht von der Hand zu weisen. Die Farben sind sehr natürlich, mittels Photoshop musste ich praktisch nichts in Sachen Farben korrigieren. Die Lichtstärke ist natürlich nicht das Nonplusultra – wer viel in Dämmerung fotografieren möchte, wird um ein Stativ oder eine hohe ISO definitiv nicht drum herum kommen, da versagt dann auch bei Zeiten der sonst sehr wirksame Bildstabilisator. Mit F/4.5-5.6 sind halt keine größeren Blumentöpfe zu gewinnen ;-)

    Angenehm ist, dass man die Naheinstellgrenze variieren kann. Bei Motiven, die näher als 6,5 Meter an der Kamera sind, wählt man einfach die Naheinstellgrenze von 1,8 Metern aus, sodass das Fokussieren deutlich schneller von der Hand geht. Man kann natürlich jederzeit wieder auf mindestens 6,5 Meter gehen.
    Das bei Canon immer mal wieder vorkommende Problem mit dem Backfocus kann ich –zumindest bei meiner Ausführung- nicht nachvollziehen.

    Die Verzeichnungen sind natürlich vorhanden, aber dermaßen gering, dass sie praktisch nicht erwähnt werden müssen. Die Vignettierung ist ab Blende 8 praktisch nicht mehr feststellbar, bei 4.5 ist sie minimal zu sehen. Die CAs sind ebenfalls praktisch kaum wahrnehmbar. Das rechtfertigt wohl auch den recht hohen Preis.
    Der Preis liegt neu bei etwa 1500 Euro, das variiert ein wenig.
    Doch das Objektiv ist es allemal wert. Das 100-400L hat eine sehr gute Leistung bei sehr kleinen Schwächen. Die Auflösung/Abbildungsleistung ist auf einem sehr hohen Level, sodass ein 70-300er da wirklich nicht mehr mithalten kann. Bei APS-C Sensoren (wie bei meiner 350D) sind Vignettierung, Störungen oder auch CAs praktisch kaum feststellbar, dafür aber bekommt man ein Objektiv mit einer sehr starken Schärfe. Auch die Verarbeitung des Teils ist Canon-typisch exzellent. Störend finde ich allerdings den Schiebezoom, da ich damit nicht ganz so schnell bin wie mit einem Drehzoom. Aber wen das nicht stört, ist mit dem 100-400er sicherlich gut bedient, auch wenn es nicht sonderlich lichtstark ist. Auf jeden Fall die wohl beste Linse, wenn es ums Fotografieren am Flughafen geht, sofern keine Festbrennweite nötig ist.

    Ich kann das Objektiv nur weiterempfehlen, man kann hier einfach nichts verkehrt machen, wenn denn das Geld über ist.

    collage.jpg
    Geändert von marc (28.10.2009 um 12:25 Uhr)

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