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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pentax Optio W10



krebs9778
28.10.2009, 12:59
Allgemeines und Technisches

Die Optio W10 ist das Nachfolgemodell von der WPi, welche ich bereits im Januar 2006 testen konnte. Die neue W10 unterscheidet sich nur in wenigen Dingen, daher wundert euch nicht, falls dieser Erfahrungsbericht ein Deja´vu bei euch auslöst. Die einzigen nennenswerten Veränderungen haben das Display und das Gehäusedesign erfahren. Das Display ist nun nicht mehr 2 Zoll groß, sondern 2,5 Zoll – das ist deutlich mehr. Leider wurde das Display aber in Sachen Pixelabbildung nicht verbessert, sodass auch hier nur 115.000 Pixel für die Bildauflösung zur Verfügung stehen. Nur zur Info: Andere Kamerahersteller schafen mehr als 200.000 Pixel bei einem nur 2 Zoll großen Display. Pentax hat hier als Nachholbedarf.

Das Gehäusedesign wurde nun ein wenig angepasst, was aber kaum nennenswert ins Gewicht fällt.

Die W10 ist dafür konzipiert, bis zu 30 Minuten in bis zu 90 cm Wassertiefe zu bestehen, ist zudem durch spezielle Abdichtungen auch noch vor Sand und Staub geschützt. Die W10 hat einen 6-Megapixel-Sensor, der Ausdrucke bis ins A3 Format theoretisch möglich macht. Praktisch ist maximal A4 eher angesagt, aber selbst das war vor ein bis zwei Jahren für eine kleine Kompaktkamera beinahe undenkbar.

Die W10 löst mit 6 Megapixeln auf, wobei man die Auflösequalität beeinflussen kann. Die Auflösungen wären wie folgt:

6 MP (2816 x 2112)
5 MP (2560 x 1920)
4 MP (2304 x 1728)
3 MP (2048 x 1536)
2 MP (1600 x 1200)
1024 x 768
640 x 480

Damit kann man durchaus was anfangen. Der 3fach optische Zoom ist innen liegend und ist qualitativ etwas schlechter als das Zoomobjektiv der Optio S6, welche ich auch schon testen durfte. Innen liegende Objektive sind allgemein von der Schärfe her nicht so brillant wie ausfahrende Objektive - diese wiederum sind dafür aber nicht unterwassertauglich, es sei denn, man spendiert Ihnen ein (meist teures) Unterwassergehäuse, sofern verfügbar. Zusätzlich lässt sich noch ein 4facher Digitalzoom hinzu schalten, worauf ich aus Bildqualitätsgründen aber IMMER verzichte - Digitalzoom sorgt immer für ein schlechteres Bildergebnis, da es nur eine rechnerische Ausschnittsvergrößerung ist. Der Chip ist übrigens ein 1/2,5"-Interline-Transfer-CCD; recht klein, was bei der möglichen ISO-Zahl 800 (ja, ISO 800 ist hier möglich!) zu stärkerem Bildrauschen geführt hat. Dazu aber später mehr. Kleine Videos kann die Optio W10 auch aufnehmen; die Videofunktion kann nun bis zu 640x480 Pixel bei maximal 30 Bildern in der Sekunde schaffen. Die Farbtiefe beträgt 3 x 12 Bit, die ISO-Werte kann man automatisch einstellen lassen oder aber von Hand vorwählen. Folgende Werte sind bei der W10 möglich: 64/100/200/400/800. Zum Thema Bildrauschen und ISO-Werte komme ich noch weiter unten, bitte einfach weiter lesen.

Der Makrobereich der W10 kann sich sehen lassen, denn im Makromodus kann im Bereich von 1 bis hin zu 60 cm fotografiert werden. Mit dem einen Zentimeter kommt man schon verdammt nah ran, wobei das Hauptaugenmerk sicherlich die Unterwasserschnappschüsse mit der W10 sind. Der Fokussierbereich liegt im Übrigen bei einem Zentimeter bis unendlich.

Die Kamera ist in etwa 0,5 Sekunden eingeschaltet und hat eine von Pentax angegebene Auslöseverzögerung von 0,05 Sekunden.

In Sachen Belichtung ist die W10 guter Standard, ragt nicht sonderlich heraus, hat aber auch keine großen nennenswerten Schwächen. Die Belichtungsmessung erfolgt über die TTL-Mehrfeldbelichtungsmessung, die Belichtungskorrektur kann typischerweise in ±2 LW (1/3LW Stufen) geschehen, der Verschluss ist ein Programm gesteuerter Zentralverschluss mit CCD-Elektronik-Verschluss-Steuerung - also praktisch auch hier: Standard. Die Verschlusszeiten liegen bei 1/2000 Sek. bis 4 Sek. - damit fotografiere ich nicht unbedingt einen startenden Düsenjet der Bundeswehr, jedoch langt es für einfache Sportaufnahmen aus, wenn denn der kleine 3fach optische Zoom einem da keinen Strich durch die Rechnung macht. 4 Sekunden reichen aus, um einigermaßen anständige Nachtaufnahmen zu machen, wobei DRI´s damit natürlich nur schwer zu machen sind. Aber für eine Kompaktkamera sind 4 bis üblicherweise 8 Sekunden normal, hier sind es halt nur vier. Die Belichtungssteuerung erfolgt ausschließlich über die Programmautomatik oder Motivprogramme (Landschaft, Blumen, Porträt, Unterwasser, Unterwasser Movie, Surf & Schnee, Sonnenuntergang, Sport, Kinder, Haustiere, Kerzenlicht, Soft, Feuerwerk, Selbstporträt, natürliche Hauttöne, Lebensmittel, Museum, Text, Reportage), welche man vorwählen kann. Manuelle Eingreifmöglichkeiten sind somit nur über die Motivprogramme möglich, nicht jedoch in Sachen Blende oder Zeit. Okay, das erwarte ich von so einer Kamera auch nicht, doch das schränkt den Käufer- und Interessentenkreis sicherlich ein, darüber sollte sich Pentax bewusst sein.

Die W10 hat natürlich ein eingebautes Blitzgerät mit automatischer Zuschaltung bei schlechten Lichtverhältnissen, welches folgende Bereiche abdecken kann:

Weitwinkel: ca. 0,2 m bis ca. 3,6 m (bei 6,3 mm und Auto ISO)
Tele: ca. 0,5 m bis 3 m (bei 18,9 mm und Auto ISO)

Die Kamera hat einen internen Speicher von leider nur 10,5 MB - das reicht in bester Auflösung für etwa 4-5 Bilder, mehr nicht. Als kleiner Notpuffer vielleicht zu gebrauchen, aber dann doch lieber eine anständige SD-Karte kaufen (die W10 schluckt SD-Karten, wie ihr nun erfahren habt...) und diese Karte dann voll machen. Bis zu 2 GB werden hier unterstützt. Folgende Aufnahmearten stehen zur Verfügung: Einzelbild, Serienaufnahme sowie Selbstauslöser (10 Sek. oder 2 Sek.). Der Weißabgleich kann automatisch und manuell bedient werden, hat zudem Programme für Tageslicht, Schatten, Kunstlicht und Neonlicht. In Diskotheken durchaus brauchbar, Unterwasser wohl weniger. Interessant hingegen sind die internen Filter, die man vor oder auch nach der Fotografie dazu packen kann. Da wären schwarz/weiß, sepia, rot, pink, purpur, blau, grün, gelb und soft. Zudem kann man noch die Bildhelligkeit einstellen.

Die typischen Pentax-Spielereien (die eigentlich kaum ein Mensch braucht...) dürfen natürlich auch in der W10 nicht fehlen. So hat sie die Weltzeiten für 70 Städte bei 28 Zeitzonen inklusive sowie eine Uhrenfunktion auf dem Kameradisplay. Nett, muss man aber nicht haben. Dafür lieber mehr internen Speicher oder eine verbesserte manuelle Funktion.

Der Akku ist ein wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akku, welcher immerhin rund 250 Aufnahmen durch hält. Das ist anständig. Alternativ kann man ein Netzgerät (optional erhältlich) anschließen.

Zum Abschluss der allgemeinen Vorstellung noch die Maße und das Gewicht. Die Maße betragen 107 x 54,5 x 23 mm bei einem Fliegengewicht von 155 Gramm betriebsbereit, also mit Akku und Speicherkarte.

Bildqualität

Die W10 macht klare, farbenkräftige Bilder, die auch eine gute Schärfe vorweisen können. Mit scheint es, als sei hier tatsächlich eine gute Verbesserung im Gegensatz zu der WPi aufgetreten. Man verliert zwar immer noch ein wenig an Schärfe durch das integrierte Objektiv, dafür aber kann man Unterwasseraufnahmen völlig problemlos ohne Gehäuse machen. Ich habe mit einem Pentax-Mitarbeiter telefoniert, der mir bestätigte, dass die W10 sogar ziemlich stoßfest sein soll (ein Fall aus 100cm Höhe hat sie unbeschadet überlebt).
Leider fehlt auch bei der W10 der optische Bildstabilisator; den Stabilisator gibt es nur für Videos, die ich aber meistens nicht nutze.

Ein ISO-Wert bis 800 ist bei solch kleinen Kameras in letzter Zeit öfters zu sehen, jedoch nimmt das Bildrauschen ab ISO 400 deutlich zu,bei ISO 800 siehts auch ein Blinder, jedoch muss ich sagen, dass man das mittels EBB (elektronische Bildbearbeitung) gut ausgleichen kann, auch wenn dadurch ein wenig die Schärfe verloren geht. ISO 800 eignen sich aber ideal, wenn man Unterwasser fotografieren möchte bei dann natürlich deutlich eingeschränkten Lichtverhältnissen.

Mit der W10 kann man recht viele Aufnahmen machen, sollte aber bei Blitzbenutzung darauf achten, dass dieser wie schon bei der WPi recht viel Strom frisst. Dafür ist der Blitz nun aber auch leistungsstärker als noch bei der WPi.

Interessant sind aber auf alle Fälle die Unterwasseraufnahmen. Zugegeben, ich habe das nur im Waschbecken mal mit Fotografierversuch nach oben (also aus dem Wasser heraus) ausprobiert, denn im Winter wollte ich nicht unbedingt in der Ostsee baden gehen, bitte seht mir das nach. Wasserfest ist sie, das kann ich sagen. Die Gummidichtungen an den Verschlüssen halten gut und die Bildqualität meiner Schnappschüsse scheint für Unterwasseraufnahmen auch gut geworden zu sein. Doch um das genauer beurteilen zu können, ist sicherlich im Sommer noch einmal ein zweiter Test notwendig.

Fazit

Die W10 ist durchaus eine Weiterentwicklung im Gegensatz zur WPi. Wer derzeit eine Kamera für Outdoor-Aktivitäten oder den nächsten Schnorchel-Urlaub sucht, sollte sich einmal die W10 genauer ansehen.

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